Viele Menschen vermeiden es, zur Vorsorge zum Arzt zu gehen (ntv.de)
Wenn Angst vor der Diagnose größer ist als der Wunsch nach Gewissheit
Manches glaubt man erst, wenn es schwarz auf weiß vor einem ist. Viele Menschen, sagt eine Meldung von vor einigen Tagen, vermeiden medizinische Informationen über sich selbst. Das heißt: sie vermeiden medizinische Vorsorge. Sie wollen nicht wissen, ob sie eine Krankheit in sich tragen, Krebs oder Diabetes zum Beispiel. Selbst dann, wenn sie sich nicht gesund fühlen, zögern sie Untersuchungen hinaus. Die Gründe dafür sind zunächst einmal nachvollziehbar, vorsichtig gesagt. Menschen fürchten eine Erkrankung; sie fürchten die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind; sie fürchten, ihr Leben aus der Hand geben zu müssen. Ganz klar erkennen sie: Wenn etwas sein sollte, gerät mein Leben aus dem Tritt. Manche befürchten auch, dass sie dann ausgegrenzt werden und als schwacher, kranker Mensch gelten, der auf Hilfe angewiesen ist. Kurz gesagt: Es soll sich nichts ändern am Gewohnten; das Krankheitsgefühl, wenn es da ist, soll bitte von allein wieder weggehen. Vorsorge ist etwas für Schwächlinge, denken manche.
Wegsehen hilft nicht
Sie denken falsch. Aber auch das wissen einige genau. Und vermeiden trotzdem alle Untersuchungen. Ihre Furcht siegt über die medizinischen Möglichkeiten. Das kann man nachempfinden – es bleibt aber falsch. Angst vor Schwäche macht uns noch schwächer. Und wenn es wirklich eine Krankheit ist, die wir schon erfühlen und in uns tragen, wird sie durch Wegsehen nicht verschwinden. Nichts verschwindet durch Wegsehen. Wir brauchen die Medizin. Sie verspricht uns keine Heilung. Aber manchmal heilt sie doch. Zumindest hilft sie uns, eine Erkrankung zu ertragen.
Im Raum der Fürsorge Gottes
„Leiber Christi“ nennt Paulus unsere Körper (1. Korinther 6,15). Unser Leib sei ein Tempel des Heiligen Geistes (Vers 19). Das schreibt einer, der zeitlebens krank und schnell erschöpft war. Jahrelang fühlt Paulus einen „Pfahl im Fleisch“ (2. Korinther 12,7). Was er damit meint, sagt er nicht. Manche vermuten, dass Paulus unter Epilepsie litt – also gelegentliche Fehlschaltungen im Gehirn, die einen Körper manchmal zu zerreißen drohen. Zugleich ist also dieser kranke Körper Teil des Leibes Christi und Tempel des Heiligen Geistes. Das könnte uns doch etwas von der Furcht vor einer Krankheit nehmen. Niemand fällt aus Gottes Fürsorge; Kranke schon gar nicht. Niemand in unseren Gemeinden darf danach beurteilt werden, ob er oder sie gesund oder krank ist. Kranke wie Gesunde gehören Gott. Der Mediziner, der uns untersucht, ist Gottes Diener. Was immer er uns sagen wird: Wir bleiben im Raum der Fürsorge Gottes. Auch wenn wir nicht wieder gesund werden, bleiben wir Gottes Ebenbild. Das sagt uns die Passionszeit in liebenswerter Klarheit: Der Kranke, sagt Gott, ist auch mein Kind. Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager (Psalm 41,4).
Mit freundlichen Grüßen
Pfarrer Michael Becker
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