Aus dem Leben von Chris, dem Entrümpler. Er macht sich Gedanken über das, was von einem Menschen bleibt (Regional-TV).
Wenn ein Leben geräumt wird
Es ist ein kalter Tag. Chris und seine drei Mitarbeiter schleppen Kisten in ihren Lieferwagen. Vor einigen Tagen sagt Chris dem TV-Reporter: Ich könnte noch mehr Mitarbeiter einstellen. Aber ich finde keine. Arbeit ist genug da. Aber sie ist vielen zu anstrengend. Kälte oder Hitze. Und das sechs Tage die Woche.
Chris ist Entrümpler. Mit eigener Firma. Er bekommt Aufträge vom Sozialamt oder von Vermietern. Die Kamera zeigt eine sorgfältig eingerichtete Wohnung. Chris sagt: Die alte Dame, die hier wohnte, ist vor zwei Wochen gestorben. Es finden sich keine Angehörigen. Dann kommt der Auftrag: Alles muss raus. So geht es zur Sache. Geschirr, Dekoration, Lampen, Schränke, Möbel. Das Kleine kommt in Kisten, die Möbel werden rausgetragen.
Ein Leben wird entsorgt. Vier Männer, Arbeit für einen Tag. Die Wohnung wird besenrein. In ein paar Wochen, vermutet Chris, wird sich kaum jemand mehr an die alte Dame erinnern.
Gedanken zwischen Arbeit und Verkehr
Chris und seine Männer, alle Mitte dreißig, arbeiten sorgfältig. Hand in Hand, Zimmer für Zimmer. Dabei ist Chris nicht gedankenlos. Im Gegenteil. Als sie eine Fahrt machen, sagt er dem Reporter: Wie bei der alten Dame soll es bei mir nicht sein. Dann schaut er zum Fenster raus und achtet auf den Verkehr der Großstadt. Er wolle erinnert werden, sagt er, möglichst gut. Seine Arbeit beschäftige ihn auch abends, in der Freizeit, im Urlaub. Er brauche immer ein paar Tage, bis er wirklich am Meer ankomme. Entrümpeln einer Wohnung ist kein Spaß, sagt er. Er denke immer an die, die dort gelebt haben. Wer waren sie? Wer denkt an sie? Wie denkt man an sie? All das beschäftigt den jungen Mann.
Nähe als Schutz vor dem Vergessen
In meiner Freizeit, sagt er, bin ich viel mit Menschen zusammen. Mit meiner Freundin, im Verein. Ich will gute Freunde haben. Gute Freunde gegen das Vergessen, will er vielleicht sagen. Er sagt es anders. Ich will, sagt er, dass etwas von mir bleibt.
Der Wagen ist auf dem Hof seiner Firma angekommen. Er wird ausgeräumt. In einer Halle werden die Sachen sortiert. Zum Verschenken oder zum Verkauf an Bedürftige. Das Sozialamt regelt das. Dann ist der Arbeitstag zu Ende. Der Reporter und Chris trinken noch heißen Tee. Der Tag war anstrengend und kalt. Was denn jetzt noch komme, fragt der Reporter: Kuscheln zu Hause, sagt Chris. Fernsehen, Essen. Und später ausgehen mit der Freundin. Dann treffen sie Freunde. Und freuen sich darauf. Alles dient auch der Erinnerung, nicht vergessen zu werden. Nähe ist wertvoll. Und erst Liebe. Wer liebt, bleibt unvergessen. Das gilt auch für die alte Dame. Von der leisen oder stillen Liebe in ihrem Leben können wir ja nichts wissen. Nur Gott weiß davon. Gott ist auch das Gedächtnis der Welt.
Mit freundlichen Grüßen
Pfarrer Michael Becker
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