Ein neues Buch* der deutschen Schriftstellerin Helga Schubert (geb. 1940) erzählt von Menschen und ihren Übergängen im Leben – und vom Vertrauen, das schwierige Übergänge im Leben leichter macht.
Übergänge als Teil des Lebens
Übergänge können schön sein. Manche gehen voll Zuversicht ins noch frische, neue Jahr. Andere aber sind eher ängstlich und fragen sich, was wohl aus der Welt und dem eigenen Leben werden wird. Bei Übergängen sind Gefühle oft zwiespältig. Manche möchten lieber nichts Neues – andere sehnen Neues herbei.
Von der deutschen Schriftstellerin Helga Schubert ist Ende vorigen Jahres ein Buch* erschienen mit etwa vierzig Geschichten, die alle von Übergängen erzählen: Von Geburten und Sterbefällen, von Umzügen oder einem Berufswechsel, von Reisen oder neuen Lebensformen, die bewältigt werden müssen. Übergänge erfordern Haltung, damit man nicht schlittert wie auf blankem Eis. Helga Schubert, heute 85 Jahre alt, war in der DDR Psychotherapeutin und wurde mit achtzig Jahren bekannt. Sie gewann den Ingeborg-Bachmann-Literaturpreis. Seitdem hat sie eine Reihe von Büchern veröffentlicht, die ihre Lebenserfahrung zeigen, ihre klare, treffende Sprache und die Wärme, die sie ihren Mitmenschen gegenüber ausdrückt.
Hoffnung und Zuversicht als Kraftquelle
Gleich im Vorwort schreibt Frau Schubert, welche Erfahrung sie mitbringt beim Schreiben ihrer Geschichten. Da heißt es: Es gibt immer einen Ausweg in eine Rettung, es gibt immer einen Übergang in eine vorher unsichtbare, unvorstellbare Lösung. Ein Satz voller Hoffnung. Wer diese Hoffnung hat, geht etwas aufrechter durchs Leben. Eben weil man nicht schlittert, sondern vor Augen hat, dass auch Unbekanntes und Unvertrautes zu etwas Gutem führen wird. In den Anhängen unseres Gesangbuchs heißt es in einem Lied (Hedwig von Redern,1866-1935): Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl; das macht die Seele still und friedevoll.
Haltung im Vertrauen
Darauf vertraut die Schriftstellerin Helga Schubert, wenn sie von Menschen in Zeiten des Übergangs erzählt. Niemand kann immer alleine stehen. Wer Haltung im Leben braucht, sollte sich festhalten wie an einem Geländer. Festhalten kann man sich an Überzeugungen, an Menschen und am Glauben. Christus hat versprochen, dass er mit uns geht – an jedem neuen Tag, im neuen Jahr und im ganzen Leben. Als Jesus seine Jünger verlässt, sagt er ihnen (Matthäus 28,20): Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Wer diesen Worten vertraut, hat einen etwas festeren Schritt. Aus Vertrauen wird Haltung in Zeiten des Übergangs. Wir sind selten ohne Angst; aber wir haben immer etwas mehr Zuversicht. Weil wir nicht alleine sind, weil Christus uns nahe ist, weil Menschen uns beistehen – und weil es unsichtbare und vielleicht noch unvorstellbare Lösungen geben wird. Übergänge, vor allem die schweren, brauchen mein Vertrauen. Und meine feste Haltung. Diese Haltung kann heißen: Ich werde den Weg tapfer gehen – mit Gottes Beistand und Hilfe.
* Helga Schubert, „Luft zum Leben“, dtv – 2025
Mit freundlichen Grüßen
Pfarrer Michael Becker


